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JuniorDepot
Grundlagen

Diversifikation

Risikostreuung durch Investition in verschiedene Anlageklassen, Regionen oder Unternehmen. Faustregel: 'Nicht alle Eier in einen Korb legen'. Breit gestreute ETFs bieten automatische Diversifikation über tausende Unternehmen.

Was ist Diversifikation?

Diversifikation (Risikostreuung): Geld auf viele Investments verteilen, um Risiko zu senken.

Grundprinzip: Nicht alle Eier in einen Korb.

Wenn eine Aktie abstürzt, tut’s weniger weh bei 1% deines Portfolios statt 100%.

Ebenen der Diversifikation

1. Unternehmens-Diversifikation

  • Schlecht: Nur Apple-Aktien
  • Gut: 10 verschiedene Tech-Aktien
  • Besser: ETF mit 1.500 Unternehmen

2. Branchen-Diversifikation

  • Schlecht: Nur Technologie-Unternehmen
  • Gut: Tech, Gesundheit, Finanzen, Industrie, Energie, etc.

3. Regionen-Diversifikation

  • Schlecht: Nur deutsche Aktien (DAX)
  • Gut: Deutschland + USA + Europa
  • Besser: Weltweit (MSCI World, FTSE All-World)

4. Anlageklassen-Diversifikation

  • Mögliche Klassen: Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Gold
  • Für Junior-Depots: Meist 100% Aktien-ETFs (lange Laufzeit!)

Diversifikation mit ETFs: So geht’s

Ein großer Vorteil von ETFs: Automatische Diversifikation

ETFUnternehmenLänderBeispiel-Unternehmen
MSCI World~1.50023Apple, Microsoft, Amazon, Nestlé, Samsung
FTSE All-World~4.00049+ Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien
S&P 5005001 (USA)Nur USA-Fokus

Mit nur einem ETF (FTSE All-World) bist du in 4.000 Unternehmen weltweit investiert!

Für Junior-Depots: Wie viel Diversifikation?

Option 1: Ein Welt-ETF (empfohlen für Anfänger)

Einfachste Lösung:

  • 1x MSCI World oder 1x FTSE All-World
  • Automatisch in 1.500 - 4.000 Unternehmen diversifiziert
  • Keine weiteren Gedanken nötig

Vorteile:

  • ✅ Maximale Einfachheit
  • ✅ Geringe Kosten (nur 1x Ordergebühr pro Sparplan-Ausführung)
  • ✅ Automatisches Rebalancing durch ETF-Anbieter

Option 2: Multi-ETF-Portfolio (für Fortgeschrittene)

Beispiel 70/30-Portfolio:

  • 70% MSCI World (Industrieländer)
  • 30% MSCI Emerging Markets (Schwellenländer)

Oder:

  • 50% MSCI World
  • 30% S&P 500 (USA-Fokus)
  • 20% MSCI Europe

Nachteil:

  • ❌ Komplexer (Rebalancing nötig)
  • ❌ Höhere Kosten (mehrere Sparplan-Ausführungen)
  • ❌ Steuerlich aufwendiger bei Anpassungen

Diversifikations-Fallen vermeiden

❌ Falsche Diversifikation

Problem: Mehrere ETFs, die sich überschneiden

Beispiel:

  • MSCI World (enthält Apple mit ~5%)
  • S&P 500 (enthält Apple mit ~7%)
  • Nasdaq 100 (enthält Apple mit ~12%)

Ergebnis: Apple ist übergewichtet, keine echte Diversifikation!

❌ Zu viel Diversifikation

Problem: 10+ verschiedene ETFs

Nachteile:

  • Unübersichtlich
  • Hohe laufende Kosten
  • Kaum bessere Streuung als mit 1-2 ETFs

Faustregel: 1-3 ETFs reichen völlig aus!

Risiko trotz Diversifikation

Wichtig: Diversifikation schützt nicht vor Marktrisiken!

Bei einem Börsencrash fallen alle Aktien (auch ETFs):

  • 2008 (Finanzkrise): MSCI World -40%
  • 2020 (Corona): MSCI World -34% (aber schnelle Erholung)

Aber: Bei langem Anlagehorizont (10-18 Jahre) haben sich breit gestreute ETFs historisch immer erholt.

Praktische Tipps für Junior-Depots

  1. Start einfach: Ein MSCI World oder FTSE All-World reicht
  2. Nicht übertreiben: Mehr als 2-3 ETFs bringen kaum Vorteile
  3. Langfristig denken: Diversifikation schützt über lange Zeiträume
  4. Schwellenländer einbeziehen: FTSE All-World deckt das automatisch ab
  5. Bei Einzelaktien vorsichtig: Max. 10-20% des Depots, falls überhaupt

Siehe auch