Kinder- & Jugendkonten - alles was du wissen musst (2026)

Girokonto 2026

Schnell-Check: Das Junior-Girokonto 2026
  • Warum? Frühzeitiges Erlernen von digitalem Geldumgang in einer bargeldlosen Welt.
  • Sicherheit: Rein guthabenbasiert – Überziehung ist technisch unmöglich.
  • Kontrolle: Eltern haben volle Einsicht und setzen Ausgaben-Limits.
  • Kosten: Top-Anbieter sind bis zum Ende der Ausbildung dauerhaft kostenlos.

Einleitung: Die Evolution des Taschengelds in einer digitalen Welt

Erinnerst du dich noch an deine erste Spardose? Das Klimpern der Münzen, der Weg zur Bank am Weltspartag, das stolze Gefühl, wenn die Dame am Schalter das Geld zählte und den Betrag in dein blaues oder gelbes Sparbuch eintrug? Im Jahr 2026 hat sich diese Welt grundlegend verändert. Während das physische Sparschwein zwar noch ein schönes Symbol im Kinderzimmer ist, findet die finanzielle Realität heute auf Smartphones, Smartwatches und in Echtzeit-Apps statt.

Ein Junior Girokonto ist heute kein Luxus mehr, sondern ein essentielles Werkzeug für die moderne Erziehung. In einer Welt, in der Bargeld immer mehr an Bedeutung verliert und “Tap-to-Pay” der Standard an jedem Schulkiosk ist, stehen Eltern vor einer neuen Herausforderung: Wie bringe ich meinem Kind den Wert von Geld bei, wenn es dieses Geld gar nicht mehr physisch sieht?

Wer sein Kind heute mit 18 Jahren ohne jede Erfahrung mit Karten, Banking-Apps und Online-Sicherheit in die Welt entlässt, begeht einen pädagogischen Fehler, der später teuer werden kann. In diesem Guide erfährst du alles – wirklich alles – was du über das erste eigene Konto deines Kindes wissen musst. Wir tauchen tief ein in die rechtlichen Grundlagen, die psychologischen Aspekte der Finanzbildung und geben dir eine Checkliste an die Hand, mit der du den perfekten Anbieter findest.


Teil 1: Die rechtliche Lage – Wer darf was und ab wann?

Bevor wir in die glitzernden Funktionen moderner Finanz-Apps eintauchen, müssen wir das Fundament klären. Das deutsche Recht ist beim Thema Geld und Minderjährige sehr präzise.

1.1 Die magische Grenze: 7 Jahre

In Deutschland beginnt die finanzielle “Teil-Autonomie” mit dem 7. Geburtstag. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) ist ein Kind unter 7 Jahren geschäftsunfähig. Ab 7 Jahren tritt die beschränkte Geschäftsfähigkeit ein (§ 106 BGB).

Das bedeutet für die Praxis:

  • Ein Kind darf ab 7 Jahren rechtlich wirksam Kaufverträge abschließen, sofern diese mit Mitteln bewirkt werden, die ihm zur freien Verfügung überlassen wurden (der berühmte “Taschengeldparagraf”, § 110 BGB).
  • Die meisten Banken eröffnen Girokonten mit eigener Karte daher erst ab dem 7. Lebensjahr. Es gibt Ausnahmen (reine Sparkonten oder “Anspar-Girokonten”), aber die volle Funktionalität mit Karte startet meist erst in der Grundschule.

Die rechtliche Reise zur Volljährigkeit

1.2 Die Rolle der gesetzlichen Vertreter

Wichtig zu verstehen: Dein Kind ist der Kontoinhaber, aber du (zusammen mit dem anderen Elternteil) bist der gesetzliche Vertreter.

  • Gemeinsames Sorgerecht: Bei gemeinsamem Sorgerecht müssen zwingend beide Elternteile dem Eröffnungsantrag zustimmen. Das ist oft die größte bürokratische Hürde, da sich beide identifizieren müssen (per VideoIdent oder PostIdent).
  • Alleiniges Sorgerecht: Hier wird ein sogenanntes Negativattest vom Jugendamt oder eine Kopie des entsprechenden Gerichtsbeschlusses benötigt.
  • Rechtliches Eigentum: Das Geld auf dem Konto gehört rechtlich unwiderruflich dem Kind. Eltern dürfen das Konto zwar verwalten, aber sie dürfen das Geld nicht für elterliche Zwecke (z.B. Reparatur des Familienautos) verwenden. Das wäre Veruntreuung.
Pro-Tipp: Steuern sparen Nutze die NV-Bescheinigung! Da dein Kind das Geld besitzt, kann es Zinserträge und Dividenden bis zu einem Betrag von über 13.000 € pro Jahr komplett steuerfrei vereinnahmen. Mehr dazu im Steuer-Ratgeber.

1.3 Die Steueridentifikationsnummer

Ohne Bürokratie geht es nicht: Schon für die Kleinsten wird bei der Kontoeröffnung die Steuer-Identifikationsnummer abgefragt. Diese bekommt jedes Kind in Deutschland kurz nach der Geburt automatisch zugeschickt. Falls du sie nicht findest: Du kannst sie beim Bundeszentralamt für Steuern erneut anfordern.


Teil 2: Psychologische Aspekte – Ab wann ist mein Kind bereit?

Die Frage “Ab wann?” ist nicht nur eine rechtliche, sondern eine individuelle. Jedes Kind entwickelt sein Verständnis für Mengen und Werte unterschiedlich schnell.

2.1 Die Phasen der Finanzbildung

  1. Phase 1 (Vorschule): Das Verständnis von Tauschgeschäften. “Ich gebe Geld, ich bekomme ein Eis.” Hier ist Bargeld noch unschlagbar, um die Haptik zu lernen.
  2. Phase 2 (Grundschule): Das erste eigene Konto. Hier lernt das Kind, dass Geld auch existiert, wenn man es nicht in der Tasche hat. Der Blick in die App zeigt: “Ich habe 20 Euro. Nach dem Kauf des Comics sind es nur noch 15 Euro.”
  3. Phase 3 (Weiterführende Schule): Planung über längere Zeiträume. Sparen auf größere Wünsche (Konsole, Fahrrad). Hier werden Funktionen wie “Sparziele” in der App wichtig.

2.2 Der “Ouch-Effekt” beim Bezahlen

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Bezahlen mit Bargeld im Gehirn ein leichtes Schmerzzentrum aktiviert. Dieser “Schmerz” sorgt dafür, dass wir weniger ausgeben. Bei digitalen Zahlungen fehlt dieser Effekt oft. Tipp für Eltern: Nutze Push-Benachrichtigungen. Wenn das Handy des Kindes nach jedem Kauf vibriert und den neuen Kontostand anzeigt, wird der Effekt der digitalen Zahlung wieder “realer”.


Teil 3: Warum ein Junior Girokonto? Die unschlagbaren Vorteile

Vielleicht fragst du dich: “Reicht es nicht, wenn mein Kind einfach bar sein Taschengeld bekommt?” In der Theorie ja, in der Praxis bietet ein Konto 2026 massive Vorteile.

3.1 Sicherheit durch rein guthabenbasierte Führung

Das ist das wichtigste Argument: Ein Junior-Konto kann technisch nicht überzogen werden. Es gibt keinen Dispokredit. Ist das Konto leer, wird die Zahlung abgelehnt. Damit ist die größte Angst vieler Eltern – dass das Kind Schulden macht – unbegründet.

3.2 Lernen durch Gamification

Moderne Banking-Apps (wie die der ING oder Commerzbank) nutzen spielerische Elemente.

  • Sparziele mit Icons: Das Kind kann ein Bild von seinem Wunschfahrrad hochladen und sieht einen Fortschrittsbalken.
  • Analysen: “Du hast diesen Monat 40% deines Geldes für Süßigkeiten ausgegeben.” Solche Visualisierungen bieten perfekte Gesprächsanlässe für die Eltern.

3.3 Vorbereitung auf das Ausland und Online-Shopping

Spätestens bei der ersten Klassenfahrt ins Ausland oder wenn das Kind sein erstes Spiel bei Steam oder im App Store kaufen will, stößt Bargeld an seine Grenzen. Mit einer Debitkarte (Visa/Mastercard) ist das Kind weltweit und online handlungsfähig – unter deiner Aufsicht.


Teil 4: Karten-Dschungel – Girocard vs. Debit-Kreditkarte

Begriffe wie Girocard, EC-Karte, Visa, Mastercard und Debitkarte stiften oft Verwirrung. Was braucht dein Kind wirklich?

4.1 Die Girocard (Der Klassiker)

Früher hieß sie EC-Karte. Sie ist der Standard in Deutschland. Damit kann man an fast jedem Geldautomaten abheben und in jedem Supermarkt bezahlen.

  • Vorteil: Hohe Akzeptanz in DE, oft sehr kostengünstig.
  • Nachteil: Funktioniert online fast nie und im Ausland oft nur eingeschränkt (außer mit VPay oder Maestro Co-Badging).

4.2 Die Visa/Mastercard Debitkarte (Die Moderne)

Der Trend geht klar in diese Richtung (siehe DKB oder ING). Eine Debitkarte sieht aus wie eine Kreditkarte, bucht das Geld aber sofort vom Konto ab.

  • Vorteil: Weltweit an Millionen Stellen akzeptiert, funktioniert für Online-Käufe, Apple Pay & Google Pay fähig.
  • Nachteil: Manchmal kleine Einschränkungen bei Kautionen (z.B. falls das Kind später mal ein Hotelzimmer buchen will, was aber erst ab 18 relevant ist).

4.3 Die Prepaid-Kreditkarte

Hier musst du als Elternteil erst Geld auf die Karte “laden”. Sie ist nicht direkt mit dem Girokonto verknüpft. Das bietet maximale Sicherheit, ist aber oft mit Gebühren für das Aufladen verbunden. Im Jahr 2026 sind klassische Debitkarten mit App-Sperre meist die bessere Wahl.

Kartenvergleich: Girocard vs. Visa Debit vs. Prepaid


Teil 5: Elterliche Kontrolle – So behältst du das Steuer in der Hand

“Kontrolle” klingt streng, ist aber am Anfang notwendig. Moderne Systeme bieten dir ein “Sicherheitsnetz”, das mit dem Alter des Kindes mitwächst.

5.1 Das elterliche Dashboard

In deinem eigenen Online-Banking siehst du das Konto deines Kindes meist direkt unter deinen eigenen Konten. Du musst dich nicht extra ummelden.

5.2 Funktionen, die du kennen solltest:

  • Echtzeit-Push: Du bekommst eine Nachricht, wenn das Kind Geld ausgibt.
  • Limits setzen: Du kannst festlegen: “Maximal 20 Euro Bargeld pro Tag” und “Maximal 50 Euro Online-Zahlung pro Woche”.
  • Funktionen sperren: Du kannst gezielt Online-Zahlungen oder Auslandszahlungen deaktivieren.
  • Karte sperren/entsperren: Wenn die Karte verloren geht (was bei Kindern vorkommt), sperrst du sie per Klick. Findet sie sich im Schulranzen wieder, entsperrst du sie ebenso einfach. Keine Hotline, kein Stress.

Teil 6: Die besten Anbieter 2026 im Vergleich

Wir haben die wichtigsten Banken getestet. Den detaillierten Vergleich findest du auf unserer Girokonto-Übersichtsseite. Hier eine Zusammenfassung der Typen:

6.1 Die großen Direktbanken (ING, DKB, comdirect)

Diese bieten oft das beste Gesamtpaket.

  • Kosten: 0 Euro Kontoführungsgebühr.
  • Features: Beste Apps am Markt, Apple Pay Unterstützung, kostenlose Karten.
  • Eröffnung: Digital per VideoIdent (funktioniert sehr schnell).

6.2 Die Filialbanken (Commerzbank, Sparkasse, Volksbank)

Ideal, wenn du Wert auf einen Ansprechpartner vor Ort legst oder wenn das Kind physisch Geld einzahlen will (z.B. das Geld von der Oma zum Geburtstag).

  • Vorteil: Einzahlungsautomaten sind leicht erreichbar.
  • Nachteil: Die Apps sind oft weniger innovativ als bei den Direktbanken.

6.3 Die Neobanken (Fintechs)

Anbieter wie Revolut <18 oder spezielle Kinder-Finanz-Apps.

  • Vorteil: Extrem cooler Fokus auf Gamification und Design.
  • Nachteil: Oft keine echten Vollbanken mit Einlagensicherung in Deutschland (genau prüfen!).

Teil 7: Schritt-für-Schritt zur Eröffnung

Du hast dich entschieden? So gehst du vor:

  1. Vergleich nutzen: Wähle einen Anbieter aus unserem Vergleich.
  2. Online-Antrag: Fülle die Daten aus (Name des Kindes, deine Daten, Steuer-ID).
  3. Dokumente bereitstellen: Du brauchst meist ein Foto der Geburtsurkunde.
  4. Identifikation: Starte das VideoIdent-Verfahren. Achtung: Wenn beide Eltern das Sorgerecht haben, müssen sich oft beide legitimieren. Das kann man zeitlich versetzt machen.
  5. Pin & Karten: Diese kommen innerhalb von 3-7 Werktagen getrennt per Post.
  6. App installieren: Installiere die Kinder-App auf dem Handy deines Kindes und die Eltern-App auf deinem Handy. Verknüpfe beide.

Teil 8: Praxis-Check – Der erste Einsatz des Kontos

Die Karte ist da, der Sparplan läuft. Und jetzt?

8.1 Die erste Zahlung gemeinsam tätigen

Gehe mit deinem Kind zum Bäcker oder in den Buchladen. Lass es die Karte selbst vor das Terminal halten. Erkläre den Vorgang: “Das Terminal fragt die Bank: Hat [Name des Kindes] genug Geld? Die Bank sagt ja, und der Kauf ist fertig.”

8.2 Über Verluste sprechen

Kinder verlieren Dinge. Das ist normal. Mache deinem Kind keine Vorwürfe, wenn die Karte weg ist. Nutze es als Lernmoment: “Siehst du, wir sperren sie jetzt einfach in der App. Niemand kann dein Geld nehmen. Wir bestellen eine neue.” Das nimmt die Angst vor der Technik.


Teil 9: Der Weg zur Volljährigkeit – Was passiert mit 18?

Mit dem 18. Geburtstag ändert sich die rechtliche Situation schlagartig.

  • Vollmacht-Erlöschen: Deine Zugriffsmöglichkeiten als Elternteil erlöschen am Tag des 18. Geburtstags rechtlich automatisch. Das Konto gehört nun allein deinem Kind.
  • Produktumstellung: Die meisten Banken wandeln das “Junior” Konto in ein “Studenten” oder “Classic” Konto um.
  • Erbe & Verantwortung: Wer über 10 oder 15 Jahre konsequent gespart hat, übergibt dem Kind nun oft eine Summe von mehreren tausend Euro. Auch hier gilt: Wer früh gelernt hat, mit kleinen Beträgen umzugehen, wird bei großen Summen weniger Fehler machen.

FAQ – Häufige Fragen kurz beantwortet

Kann ich das Konto für mein Kind pfänden, wenn ich Schulden habe?

Nein. Das Konto läuft auf den Namen des Kindes und gehört rechtlich zum Vermögen des Kindes. Es ist vor Gläubigern der Eltern geschützt.

Wie viel Zinsen gibt es 2026?

Aktuell liegen die Zinsen auf Junior-Girokonten zwischen 0,5% und 3%. Für echten Vermögensaufbau solltest du jedoch zusätzlich ein Junior Depot in Betracht ziehen. Das Girokonto ist für das tägliche Geld, das Depot für die Zukunft.

Experten-Strategie Kombiniere beide Welten: Das Girokonto für das monatliche Taschengeld und erste eigene Ausgaben – und ein automatisiertes Junior Depot für den langfristigen Vermögensaufbau (z.B. Studium oder Weltreise).

Was passiert bei einer Scheidung?

Das Konto bleibt Eigentum des Kindes. Die Verwaltungsrechte bleiben bei den sorgeberechtigten Eltern. Banken fordern bei Streitigkeiten oft eine gemeinsame Unterschrift für größere Verfügungen.


Fazit: Die beste Zeit zu starten ist JETZT

Finanzielle Bildung ist ein Marathon, kein Sprint. Ein Junior Girokonto im Jahr 2026 ist weit mehr als nur ein technisches Produkt – es ist ein pädagogischer Begleiter. Es nimmt die Angst vor der digitalen Welt, schützt vor Schulden und bereitet dein Kind Schritt für Schritt auf die Freiheit vor.

Warte nicht, bis dein Kind 16 ist und nach der ersten Kreditkarte fragt. Nutze die geschützte Zeit der beschränkten Geschäftsfähigkeit, um gemeinsam die ersten Schritte zu gehen. Dein Kind wird es dir später danken, wenn es souverän und sicher mit seinen Finanzen umgehen kann.

Dein nächster Schritt: Schau dir unseren Junior Girokonto Vergleich 2026 an und wähle den Anbieter, der am besten zu deiner Familiensituation passt. In weniger als 15 Minuten ist der Grundstein gelegt.


Über den Autor: Oliver Frankfurth Mit über 12 Jahren Erfahrung in der Finanzbranche und als leidenschaftlicher Verfechter von Financial Literacy für junge Menschen, analysiere ich täglich die Angebote deutscher Banken. Mein Ziel ist es, Eltern das Wissen an die Hand zu geben, das sie in der Schule nie gelernt haben. Finanzen müssen nicht kompliziert sein – sie müssen nur gemacht werden.

Über den Autor: Oliver Frankfurth

Bankfachwirt (IHK) mit über 12 Jahren Erfahrung in der Finanzbranche. Experte für Vermögensaufbau und Junior-Depots.

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