Junior Depot - Steuerliche Förderung oder Prämien? Update 2026

Steuern & Prämien 2026

Steuervorteile des Kindes nutzen: Das “Steuerparadies” im Kinderzimmer

Viele Eltern verschenken jedes Jahr tausende Euro an den Fiskus, einfach weil sie die steuerliche Identität ihres Kindes ignorieren. In Deutschland ist jedes Neugeborene ab dem ersten Atemzug ein eigenes steuerliches Subjekt. Das bedeutet: Dein Kind hat die gleichen Freibeträge wie ein voll verdienender Erwachsener – nutzt diese aber in der Regel nicht, da es kein Arbeitseinkommen hat. Falls du noch keines hast, erfährst du in unserem Junior Depot Guide, wie du ein Depot eröffnest.

Genau hier liegt die enorme Chance für den Vermögensaufbau. Wenn du Vermögen auf den Namen des Kindes anlegst (Junior Depot), wandern die Erträge in den “Steuer-Safe” des Kindes.

Experten-Einschätzung von Oliver Frankfurth: “In meiner Zeit als Bankberater war die steuerliche Optimierung oft der ‘Aha-Moment’ für junge Familien. Während Eltern auf ihre eigenen Kapitalerträge oft 25% Abgeltungsteuer plus Soli und ggf. Kirchensteuer zahlen, bleibt beim Kind fast alles brutto für netto. Über 18 Jahre macht dieser Zinseszinseffekt auf die gesparte Steuer oft den Unterschied zwischen einem soliden Polster und einem kleinen Vermögen aus. Aber Achtung: Man muss die Spielregeln kennen, sonst klopft das Finanzamt oder die Krankenkasse an.”

Steuern & Freibeträge 2026 auf einen Blick
  • Sparerpauschbetrag: 1.000€ pro Jahr.
  • Grundfreibetrag: 12.348€ (Stand 2026).
  • Steuerfrei insgesamt: Über 13.300€ Gewinn pro Jahr möglich.
  • Wichtigstes Dokument: Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung).

Die harten Fakten: Steuerfreibeträge 2026

Für das Jahr 2026 hat der Gesetzgeber die Freibeträge erneut angepasst, um der Inflation Rechnung zu tragen. Das sind die Zahlen, mit denen du kalkulieren kannst:

1. Der Grundfreibetrag (Existenzminimum)

Dieser Betrag soll das Überleben sichern und ist für jeden Bürger steuerfrei. 2026 liegt er voraussichtlich bei ca. 12.348 €. Solange das Gesamteinkommen deines Kindes darunter liegt, fällt keine Einkommensteuer an.

2. Der Sparerpauschbetrag

Das ist der Betrag, den die Bank direkt verrechnen kann. Er liegt 2026 weiterhin bei 1.000 € pro Person. Alles bis zu dieser Grenze wird von der Bank ohne Fragen automatisch steuerfrei ausgezahlt, sofern ein Freistellungsauftrag vorliegt.

3. Der Sonderausgaben-Pauschbetrag

Zusätzlich gibt es eine kleine Pauschale von 36 €, die jeder Bürger geltend machen kann.

Zusammengefasst: Dein Kind kann 2026 ca. 13.384 € an Kapitalerträgen (Dividenden + realisierte Kursgewinne) einstreichen, ohne Steuern zu zahlen.

Vergleich: Du als Elternteil hast nach deinem 1.000€ Freibetrag eine Steuerlast von ca. 26,375% (inkl. Soli). Hättest du 10.000€ Gewinn in deinem Depot, gingen ca. 2.370€ an den Staat. Im Junior Depot bleibt alles beim Kind.

Steuer-Schutzschild: 13.000€ steuerfrei pro Jahr


Das wichtigste Dokument: Die NV-Bescheinigung

Der Freistellungsauftrag von 1.000€ ist schnell eingerichtet. Aber was ist, wenn das Depot wächst? Wenn du durch kluges Rebalancing oder den Verkauf eines gut gelaufenen ETFs plötzlich 5.000€ Gewinn realisierst?

Dann reicht der Sparerpauschbetrag nicht mehr aus. Ohne weiteres Zutun würde die Bank 25% Steuer abführen. Um das zu verhindern, brauchst du die Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung).

Wie beantrage ich die NV-Bescheinigung?

Du kannst den Antrag einfach beim für dein Kind zuständigen Finanzamt stellen (meist online via Elster oder als PDF). Eine detaillierte Übersicht und das Formular findest du auch beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).

Tipp von Oliver: “Beantrage die NV-Bescheinigung am besten direkt nach der Depoteröffnung. Sie gilt in der Regel für drei Jahre. Vergiss nicht, sie rechtzeitig zu verlängern, bevor die ersten größeren Gewinne durch Umschichtungen realisiert werden. Schicke das Original (oder lade einen Scan hoch, je nach Bank) an deine Junior-Depot-Bank.”

Ab diesem Moment führt die Bank für drei Jahre keinen Cent an das Finanzamt ab – egal wie hoch die Gewinne sind (solange sie unter dem Grundfreibetrag bleiben).


Die zwei großen “Aber”: Krankenkasse und BAföG

Nichts im Leben ist komplett umsonst, und der Staat zieht an anderer Stelle Grenzen. Wer das Junior Depot zu groß werden lässt, muss zwei Stolperfallen kennen.

1. Die Familienversicherung (GKV)

Die meisten Kinder sind beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse der Eltern mitversichert. Diese kostenlose Mitversicherung erlischt jedoch, wenn das Kind ein eigenes “Gesamteinkommen” hat, das eine bestimmte Grenze überschreitet.

  • Grenze 2026: Diese liegt bei ca. 505 € pro Monat (bzw. ca. 6.060 € pro Jahr).
  • Wichtig: Der Sparerpauschbetrag von 1.000€ kommt hier noch oben drauf. Das Kind darf also ca. 7.060 € pro Jahr an Kapitalerträgen haben, ohne aus der Familienversicherung zu fliegen.
  • Folge: Wird die Grenze überschritten, muss das Kind selbst versichert werden (Kosten ca. 110-130 € pro Monat). Das frisst den Steuervorteil meist komplett auf.

2. Die BAföG-Anrechnung

Wenn dein Kind später studieren möchte und auf BAföG angewiesen ist, wird das eigene Vermögen geprüft.

  • Freibetrag: Aktuell liegen die Freibeträge beim BAföG für das eigene Vermögen bei 15.000 € (für Studierende unter 30 Jahren).
  • Risiko: Hat das Junior Depot durch 18 Jahre Sparen einen Wert von 40.000 €, muss das Kind erst dieses Geld für das Studium aufbrauchen, bevor es BAföG erhält.

Experten-Tipp: “Ich werde oft gefragt, ob man wegen BAföG lieber auf den Namen der Eltern sparen sollte. Meine Antwort: Wer heute 50€ oder 100€ im Monat spart, will seinem Kind einen Vorsprung ermöglichen. Auf BAföG zu spekulieren, das in 18 Jahren vielleicht ganz anders geregelt ist, ist riskant. Die steuerliche Ersparnis im Hier und Jetzt ist real und greifbar.” – Oliver Frankfurth


Prämien-Jäger 2026: Cashback, Gratis-Aktien und Neukunden-Boni

Der Wettbewerb unter den Banken ist 2026 härter denn je. Broker wie Finanzen.net Zero, Traders Place oder die klassischen Player wie ING und Comdirect buhlen um die “Kunden von morgen”.

Welche Prämien gibt es?

  1. Depotwechsel-Prämien: Wer ein bestehendes Depot von Bank A zu Bank B überträgt, erhält oft eine Prämie von 50€ bis zu 500€ (meist gestaffelt nach Volumen).
  2. Gratis-Aktien/ETFs: Beliebt bei modernen Brokern. Man eröffnet ein Depot und erhält nach dem ersten Sparplan einen Bruchteil einer großen Aktie (z.B. Apple oder Microsoft) geschenkt.
  3. Zins-Booster: Manche Anbieter bieten auf das Verrechnungskonto des Junior Depots attraktive Zinsen (oft 3-4% p.a.), um das Geld “parkbereit” zu halten.

Mein Urteil zu Prämien

Prämien sind ein nettes “Sahnehäubchen”, aber sie sollten niemals der Hauptgrund für die Wahl eines Depots sein. Eine einmalige 100€ Prämie ist wertlos, wenn die Bank über 18 Jahre hinweg 1,5% Gebühren auf jeden Sparplan erhebt. Das kostet dich bei 100€ Sparrate über die Laufzeit mehrere tausend Euro an Rendite (Opportunitätskosten).

Wähle das Depot nach:

  1. Dauerhafter Kostenfreiheit (Depot & Sparplan).
  2. Einfacher Handhabung (App).
  3. Sicherheit (Einlagensicherung).

Einen detaillierten Vergleich der Anbieter findest du in unserem Anbieter-Vergleich. Und falls du dich fragst, ob du lieber alles auf einmal oder per Sparplan investieren sollst: Unser Sparplan vs. Einmalanlage Guide hilft dir bei der Entscheidung.


Checkliste für Eltern beim Thema Steuern

Beachte diese Punkte, um 2026 das Beste für dein Kind herauszuholen:

  • Steuer-ID parat? Ohne die Nummer kannst du kein Depot eröffnen.
  • Freistellungsauftrag eingerichtet? Direkt nach der Eröffnung online bei der Bank hinterlegen (1.000€).
  • Geldfluss im Blick? Achte darauf, dass nur Kapital im Rahmen der Schenkungssteuer übertragen wird (bei Eltern bis zu 400.000€ alle 10 Jahre völlig unkritisch).
  • NV-Bescheinigung nötig? Ab ca. 15.000 € Depotvolumen solltest du anfangen zu rechnen, ob die Erträge (inkl. Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs) die 1.000€ Grenze reißen könnten.

Fazit: Steuer-Optimierung ist kein Hexenwerk

2026 ist ein hervorragendes Jahr für Junior Depots. Die hohen Freibeträge erlauben es, Vermögen nahezu ohne staatlichen Abzug aufzubauen. Wenn du die NV-Bescheinigung rechtzeitig beantragst und die Grenzen der Krankenkasse im Hinterkopf behältst, steht dem erfolgreichen Vermögensaufbau nichts im Wege.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Text stellt keine Steuerberatung dar. Steuergesetze können sich ändern und hängen von der individuellen Situation ab. Bitte konsultiere im Zweifelsfall einen Steuerberater, besonders bei größeren Vermögensübertragungen.

Über den Autor: Oliver Frankfurth

Bankfachwirt (IHK) mit über 12 Jahren Erfahrung in der Finanzbranche. Experte für Vermögensaufbau und Junior-Depots.

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